Pierre
Brissaud (1885-1964) war an der Pariser École
des Beaux-Arts Kommilitone von André Marty, Georges Lepape und
anderen Vertretern eines typisch französischen Stils „charmanter“,
farbenfroher Illustrationen des Art déco, der die Künstler nicht
zuletzt als Modezeichner bzw. Kostümentwerfer prädestinierte.
Andere gebrauchsgrafische Tätigkeitsbereiche waren die Werbung sowie
Zeitschriften- und Buchillustrationen. Brissaud beispielsweise
bebilderte u.a. Kinderbücher, aber auch Werke von Anatole de France,
Balzac, Prévost oder Flaubert. Häufig zierten seine Entwürfe
darüber hinaus die Programmhefte Pariser Boulevard-Theater.
Dienstag, 7. Dezember 2021
Montag, 29. November 2021
Hans Volkert
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| 2. Aufl., München 1925 |
Der 1878 in Erlangen geborene und in
Hamburg aufgewachsene Hans Volkert interessierte sich schon früh für
verschiedenartigste grafische Tätigkeiten.
Volkert genoss eine sehr vielseitige
kunsthandwerkliche Ausbildung. Bereits in jungen Jahren assistierte
er einem Schildermaler, später machte Volkert eine Lithografenlehre.
Weitere künstlerische Techniken
eignete er sich bei verschiedenen Lehrern an, 1901 begann Hans
Volkert schließlich auch eine akademische Ausbildung an der Münchner
Kunsthochschule, die er aber nicht abschloss.
Volkert, der als Berufsbezeichnung
„Kunstmaler“ angab, arbeitete fortan vor allem als Zeichenlehrer und
(Gebrauchs-)Grafiker, wobei Illustrationen für diverse Publikationen
im Vordergrund standen. Daneben entstanden aber u.a. auch eigene
Grafikmappen.
1945 nahm sich der Hitler-Verehrer das
Leben.
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| Abbildung aus obigem Titel |
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| Hans Volkert ist heute für seine zahlreichen Exlibris bekannt. (The Studio Vol.34, 1905) |
Textquelle: Evelyn Dünstl-Walter: Hans
Volkert. Bekannt – Unbekannt.
(https://www.exlibris-deg.de/wp-content/uploads/2020/05/DEG-Jahrbuch-2016-D%C3%BCnstl-Walter-Hans-Volkert.pdf)
Freitag, 26. November 2021
Otto Wirsching
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| 1916 - Einbandillustration |
Der früh verstorbene Otto Wirsching
(1889-1919) zählte zu den vielen Absolventen der Münchner
Kunstakademie unter den Illustratoren bzw. Gebrauchsgrafikern in den
ersten Dekaden des 20. Jahrhunderts. Er war zwar auch als Maler
tätig, den Schwerpunkt seines Schaffens bildete jedoch die Grafik,
wobei der Holzschnitt im Vordergrund stand. Sein Hauptwerk ist die
Mappe „Vom Totentanz“ aus dem Jahr 1915. Die dort enthaltenen
Holzschnitte im Stil entsprechender Illustrationen aus dem
Mittelalter und der Frührenaissance stellen nicht zuletzt durch die oftmalige Verbindung mittelalterlicher und zeitaktueller Motive
eine bedrückende Anklage gegen den Krieg dar.
Als Gebrauchsgrafiker gestaltete Otto Wirsching vor allem Exlibris und stattete Bücher des
„Einhorn-Verlages“ in Dachau aus, wo das Ehepaar Wirsching auch
wohnte und bedeutender Teil der dortigen Künstlerkolonie war.
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| Einbandillustration (o.J.) |
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| Frontispiz und Titelblatt |
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| Illustration aus einer Werbeanzeige für erwähnte Mappe in einer Publikation von 1917 |
Montag, 22. November 2021
Max Liebert
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| Berlin 1912 |
Die wenigen Zeugnisse seines Schaffens
legen nahe, dass dem früh verstorbenen Maler und Illustrator Max
Liebert eine erfolgreiche Karriere beschieden gewesen wäre.
Über den im ersten Weltkrieg
gefallenen Künstler ist wenig bekannt. Liebert stammte aus Rawitsch
und zog vermutlich Anfang der Jahrhunderts nach Düsseldorf, um an
der seinerzeit hoch angesehenen Kunsthochschule Malerei zu studieren.
In Düsseldorf war Liebert dann vor allem als Illustrator tätig, u.a. gestaltete er einige Bücher des Berliner Ullstein-Verlags. Mit
dem zeitgleich in Düsseldorf wirkenden Maler Edwin Charles Mackinnon Liebert
bestanden offensichtlich keine verwandtschaftlichen Beziehungen.
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| Die Woche für die deutsche Jugend, Berlin 1906 |
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| Buchumschlag - Das Plakat, September 1919, S.329 |
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| Illustration aus "Aladdin" |
Mit bestem Dank an Frau Christa Lippold für ihre freundlichen Informationen über den Cousin ihres Großvaters.
Mittwoch, 17. November 2021
Piero Bernardini
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| 1928 |
Viele der herausragenden
Gebrauchsgrafiker der ersten Dekaden des 20. Jahrhunderts stammten
aus Italien, wobei neben Berühmtheiten wie etwa Garretto, Terzi oder
Dudovich in der zweiten und dritten Reihe zahlreiche Illustratoren
tätig waren, die heute weitgehend vergessen sind.
Der Maler und Illustrator Piero
Bernardini (1891-1974) war einer dieser Künstler. Neben seiner
Arbeit als Werbegrafiker war Bernardini vor allem als Buch- und
Zeitschriftenillustrator tätig, wobei er im Laufe der Zeit zunehmend
auf einfache Formen bzw. Linienführung setzte und einen Stil
entwickelte, der nicht zuletzt seine einprägsamen, originellen
Kinderbuchillustrationen wie die zu „Pinocchio“ oder auch seine
Cartoons späterer Jahre bestimmte.
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| 1929 |
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| Mailand 1927 - Schutzumschlag |
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| La Lettura, April 1924 |
Flora Klee-Palyi
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| Einbandgestaltung des nachfolgenden Titels aus dem Jahr 1920 |
Die 1883 in Budapest geborene Flora
Palyi lebte nach ihrem Studium an verschiedenen europäischen
Kunsthochschulen einige Zeit in Paris. Nach Ihrer Heirat zog sie mit
Ihrem Mann Mitte der 1920er Jahre nach Wuppertal, wo die
gesundheitlich schwer angeschlagene Theresienstadt-Überlebende 1961
verstarb. Die jüdische Künstlerin bevorzugte als Illustratorin vor
allem Linol- und Holzschnitte. Flora Palyi machte sich auch als
Übersetzerin und Herausgeberin französischer Dichtkunst einen
Namen, so übersetzte sie beispielsweise Werke von Apollinaire,
Baudelaire und Paul Verlaine. Vom Deutschen ins Französische
übertrug sie in den 1930er Jahren u.a. eine mehrmals aufgelegte
Ausgabe von Kleists „Über das Marionettentheater“.
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| Frontispiz und Titelblatt (1920) |
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| Illustration aus "Der geheimnisvolle Stiefel" von M. M. Thackeray, dt. München 1925 |
Mittwoch, 10. November 2021
Jean-Louis Forain
Während sich der 1852 in Reims
geborene Jean-Louis Forain weitgehend erfolglos um Anerkennung als
Maler bemühte und nach dem Krieg bis zu seinem Tod 1931 vorrangig
als solcher tätig war, erlangte er als Urheber sozialkritischer
Illustrationen um die Jahrhundertwende große Beachtung und
Popularität. Seit seinem Studium an der Pariser „Ecole des
Beaux-Arts“ bewegte sich Forain in bedeutenden intellektuellen
Kreisen der Seine-Metropole und pflegte Freundschaften mit einigen
der bekanntesten Literaten und Künstler seiner Zeit.
Thema seiner in einem reduzierten,
einfach erscheinenden Stil gefertigten Zeichnungen für satirische
Magazine waren häufig gesellschaftliche Missstände, wobei auch die
beißenden Bildunterschriften zumeist aus seiner Feder stammten.
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| L' Inconnu (Fuchs 1907) |
Donnerstag, 7. Oktober 2021
Aubrey Beardsley
| "Gebrauchsgraphik", Oktober 1932 |
Im Oktober 1932 widmete die renommierte Zeitschrift "Gebrauchsgraphik" auf Anregung Julius Klingers mit Aubrey Beardsley erstmals einem einzelnen und noch dazu lange verstorbenen Künstler eine ganze Ausgabe. Tatsächlich hatte Beardsleys Stil große Einflüsse auf die Arbeiten zahlreicher Illustratoren bis hin zum Erscheinungsjahr dieser eigentlich in erster Linie aktuelle Tendenzen thematisierenden Fachzeitschrift.
Aufgrund dieses großen Einflusses findet Beardsley auch Aufnahme in diesen Blog, obwohl die kurze Lebensspanne (1872-1898)
dieses genialen Zeichners nicht einmal den hier beleuchteten Zeitraum
tangiert. Die Arbeiten "des Heers von Nachahmern" (H. K. Frenzel) reichten
allerdings zumeist nicht annähernd an Beardsleys Niveau heran.
„Kein
Künstler (...) hatte so wenig Begabung für das Abzeichnen der
Natur. Seine Gedanken waren es, die Beardsley umriß, und
außergewöhnlich ist dabei die Akkuratesse, mit der er die
stoffliche Umwelt, hatte sie sich erst in seinem Gedächtnis zu einem
Konzept gefügt, mit einer einfachen Linie festhielt. (…)
Beardsleys inneres Auge vermittelte ihm nicht nur eine scharfe
Wahrnehmung von Details, sondern zugleich auch die Erkenntnis, wie
ein komplexes visuelles Erlebnis in eine vereinfachte Form umzusetzen
war.“ Aus einem Essay von Kenneth Clark in: Anton Friedrich
(Hg.): Aubrey Beardsley. Zürich 1980
| ebenda |
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| Eine der bekanntesten Arbeiten Beardsleys aus obigem Titel |
Montag, 27. September 2021
Franz Christophe
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| Schutzumschlag um 1920 |
Franz Christophe war ein überaus
vielseitiger, talentierter und zeitweise vielbeschäftigter
Illustrator. Dabei hatte der 1875 in Wien geborene und zunächst in
München tätige Zeichner keine künstlerische Ausbildung genossen.
Die Bandbreite seines Schaffens dokumentieren insbesondere seine
zahlreichen Arbeiten in Zeitschriften wie beispielsweise „Münchner
Jugend“, „Der Junggeselle“ oder „Lustige Blätter“. Darüber
hinaus war Christophe u.a. auch als ausgezeichneter Buchillustrator
tätig, wobei er insbesondere ansprechende Einbände gestaltete. Seit
den späten 1920er Jahren schuf er jedoch vorwiegend einfache Titel
preiswerter broschierter Unterhaltungsliteratur u.a. für den
Berliner „Verlag moderner Lektüre“ und blieb dabei weit hinter
seinen Möglichkeiten zurück. Christophe starb 1946 in seinem
letzten Wohnort Berlin.
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| Illustration in einer Ausgabe der Münchner Jugend des Jahres 1898 |
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| Illustration aus Velhagen & Klasings Almanach 1921 |
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| Buchtitel, abgebildet in "Buch- und Werbekunst" 1932, H.1 |
Freitag, 24. September 2021
Lucian Jacquelux
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| Oktober 1932 |
Nach dem ersten Weltkrieg entwickelte
sich „Le Sourire“ zu einem der typischen „Männer-Magazine" jener Jahre, vergleichbar mit La Vie Parisienne oder deutschen
Pendants wie „Der Junggeselle“, „Der Reigen“ oder „Berliner
Leben“. Der 1894 in Orléon geborene französische Filmregisseur
Lucian Alexandre Jacquelux begann seine künstlerische Laufbahn in
den 1920er Jahren zunächst als Illustrator vornehmlich solch
erotischer Zeitschriften wie „Le Sourire“ oder auch „Eros“,
wobei sich seine heiteren, originellen und eigenwilligen Arbeiten
deutlich von dem in diesen „galanten Blättern“ vorherrschenden
Stil abheben. Seit Mitte der 1920er wandte sich
Jaquelux immer mehr dem Film zu, wo er naheliegenderweise anfangs als
Bühnenbildner tätig war und seit 1930 auch als Regisseur arbeitete.
Lucian Jaquelux starb bereits 1946.
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| Illustration im Magazin "frivolités" (o.J.) |
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| s.o. |
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| dito |
Mittwoch, 22. September 2021
Hans Rewald
In der Charlottenburger
Joachim-Friedrich Straße erinnert ein „Stolperstein“ an den 1944
im Alter von 58 Jahren ermordeten Hans Rewald. Der Illustrator,
Karikaturist, Texter und Werbegrafiker zählt zu den vielen oftmals
weitgehend vergessenen Gebrauchsgrafikern, die während der Weimarer
Republik in Berlin tätig waren. Seine Illustrationen finden sich
allerdings eher selten in den zahlreichen Berliner Zeitschriften,
häufiger hingegen in der renommierten „Münchner Jugend“.
Rewalds Spezialität waren Karikaturen prominenter
Stummfilmschauspieler der 20er Jahre, die in ihrem Duktus bisweilen
ein wenig an die etwas später entstandenen Portraits von
Hollywood-Stars des Italieners „Nino Za“ erinnern.
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| Pola Negri (Jugend 1927, H.1) |
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| Lil Dagover (ebenda) |
Samstag, 18. September 2021
René Prejelan
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| 1906 |
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts finden
sich zahlreiche Illustrationen René Prejelans in beliebten
französischen Journalen wie „Gil Blas illustré“, „Le Vie Parisienne“,
„Le Rire“ oder „Le Journal Amusant“. Sein Stil bewegte sich
zu dieser Zeit zwischen Gerbault, Guillaume und Bac, ohne dass
Prejelan an deren zeichnerische Virtuosität und Ausdruckskraft
heranreichen konnte. Als Illustrator der zweiten Reihe zierten seine
frühen Arbeiten eher selten Titel- oder Rückseiten der Magazine,
wobei die besonders ansprechende Cover-Illustration der Nummer 14 von
„Paris Vivant“ aus dem Jahr 1902 deutlich hervorsticht. Die
Bandbreite seiner gestalterischen Möglichkeiten deutete Prejelan
aber erst mit seinen Titeln für „Nos Loisirs“ an.
Nicht zuletzt durch die große Zahl
seiner allgegenwärtigen Zeichnungen mit ihrer augenfälligen
Signatur erlangte Prejelan bei der Leserschaft der diversen
Zeitschriften einige Bekanntheit, so dass ihm sogar eine eigene
Ausgabe der zweiten Serie der Broschüren-Reihe „Les Maitres
Humoristes“ gewidmet wurde.
René Prejelan, der auch als
Werbegrafiker, insbesondere als Plakatkünstler tätig war, starb
1968 im hohen Alter von 91 Jahren.
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| Le Journal Amusant, August 1901 |
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| Le Journal Amusant, September 1901 |
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| 1907 |
Samstag, 4. September 2021
Hans Reyersbach
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| Der eingebundene Korf |
Zu
Beginn der 1920er Jahre gab die Berliner Circusdirektorin Paula
Busch, die auch schriftstellerisch tätig war und literarische Werke
mitunter als Grundlage für ihre selbst verfassten „Manegenstücke“
nutzte, bei der eigentlich auf sehr ansprechende, insgesamt jedoch
eher stereotype Circus- und Schaustellerplakate spezialisierten
Druckerei Friedländer ihren Ansprüchen adäquate, modern gestaltete Plakate in
Auftrag, die denen für Kabaretts, Varietés und Theater in der
pulsierenden Metropole in ihrer künstlerischen Qualität nicht
nachstanden.
Einer
der ambitionierten Nachwuchsgrafiker, die hierzu die Entwürfe
schufen, war Hans Reyersbach (1898-1977). Obwohl er nicht wie
ursprünglich vorgesehen Kunst, sondern u.a. Sprachen studiert hatte
(er beherrschte neben Deutsch Latein, Griechisch, Französisch,
Englisch und später auch Portugiesisch) und zwischenzeitlich
verschiedenen anderen Betätigungen nachgehen musste, setzte
Reyersbach seinen Wunsch nach einer künstlerischen Laufbahn
letztendlich durch.
Nach
verschiedenen beruflichen und geographischen Stationen emigrierte
Reyersbach 1940 mit seiner ebenfalls jüdischen Frau Margarete, einer
Bauhaus-Absolventin, unter abenteuerlichen Umständen von Paris in
die USA. Mit ihrer Kinderbuchreihe „Curious George“ („Coco,
der neugierige Affe“)
wurde
das Ehepaar, das sich nun „Rey“ nannte, weltberühmt.
Die Abbildungen stammen aus einer 1923
in Hamburg unter dem Titel „Christian Morgensterns Grotesken“
erschienenen Auswahl von Lithografien zu Morgenstern-Gedichten.
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| Das Mondschaf |
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| Das Nasobem |
Mittwoch, 1. September 2021
Rudolf Großmann
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| Heft 6 1930 |
Der 1882 geborene Maler und Grafiker
Rudolf Großmann war in den 1920er Jahren eng in die Berliner
Kunstszene eingebunden, Mitglied der dortigen Secession und von 1928
bis zu seiner Entlassung im Jahr 1934 Professor an der Berliner
Kunsthochschule. Einer seiner Förderer war Alfred Flechtheim, für
dessen Kulturmagazin „Der Querschnitt“ Großmann Titelbilder
gestaltete, Beiträge illustrierte und selbst einige sehr lesenswerte
Artikel wie im Novemberheft 1934 „Zur Psychologie der Manege“ beisteuerte, worin er sich wie so viele Künstler der Circuskunst ausgesprochen zugetan erwies. Großmann,
der auch für andere Zeitschriften arbeitete und Bücher
illustrierte, galt den Nationalsozialisten als „entarteter Künstler“. Er starb 1941 in
seiner Heimatstadt Freiburg.
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| 1930 |
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| Illustration aus "Der dürre Kater" von Anatole France, dt. München 1921 |
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| Pianist Wladimir von Pachmann - "Der Querschnitt" April 1930 |
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