Samstag, 20. April 2019

Carl Strathmann


Titel der "Münchner Jugend" aus dem Jahr 1896

Viele großartige Künstler aus dem ersten Drittel des 20. Jahrhunderts harren ihrer (Wieder-)Entdeckung, andere erhalten in den letzten Jahren nicht zuletzt durch Ausstellungen engagierter Kuratoren das Augenmerk, das sie verdienen. Zu nennen wären hier beispielsweise große Retrospektiven wie die zu Jeanne Mammen in der Berlinischen Galerie oder zu Otto Pirchan im Folkwang-Museum. Aber auch kleinere Ausstellungen können hochinteressante Einblicke in das Werk mehr oder weniger vergessener Künstler gewähren, so erinnerte zum Beispiel zuletzt das Bröhan Museum an die faszinierende Illustratorin Ilna Ewers-Wunderwald.
In München widmet zurzeit das Stadtmuseum dem Maler Carl Strathmann (1866-1939), der in geringem Umfang auch als Gebrauchsgrafiker bzw. Illustrator tätig war, eine große wunderbare Ausstellung. Seine fein ausgearbeiteten, detail- und fantasiereichen Illustrationen erinnern mitunter an Ewers-Wunderwald, wenngleich Strathmann als akademisch ausgebildeter Maler über eine weit größere Bandbreite der Stilmittel verfügte und auch thematisch weniger festgelegt war.
Der 1866 in Düsseldorf geborene Strathmann lebte von 1891 bis zu seinem Tod im Jahre 1939 in München und war eng mit der dortigen Künstlerszene verbunden.  

Zeitgenössische "Künstlerpostkarte" von 1918 mit einem der 
prachtvollen Blumen-Stillleben Strathmanns.

"Die verzauberte Mühle" - abgebildet in einer Ausgabe von
"Velhagen & Klasings Monatsheften" des Jahres 1927

Humoristische Illustration 1914

Samstag, 13. April 2019

George Grosz



Die zahlreichen Ausgaben des Klassikers der humoristischen Literatur „Tartarin von Tarascon“ von Alphonse Daudet wurden seit seinem Erscheinen Ende des 19. Jahrhunderts von den verschiedensten Zeichnern illustriert, in Deutschland beispielsweise von Größen wie Emil Preetorius (1913), George Grosz (1921) oder in späterer Zeit von Josef Hegenbarth (1956). Preetorius und Grosz verstanden es mit jeweils ganz eigenen Stilmitteln in besonderer Weise, den eigenwilligen Charme von Daudets Portraitierung des selbstverliebten Aufschneiders Tartarin zeichnerisch widerzuspiegeln. George Grosz' Illustrationen weisen dabei kaum die sarkastische Grundtönung auf, die seine Arbeiten ansonsten in der Regel ausmachen.