Donnerstag, 5. Juli 2018

René Ahrlé


1922

In deutschen illustrierten Zeitschriften der 1920er Jahre waren von René Ahrlé (1893-1976) gestaltete Werbeanzeigen allgegenwärtig. Der zu dieser Zeit unverkennbar weiche, virtuose Stil seiner gefälligen Illustrationen, die oftmals in Aquarell-Technik entstanden, eignete sich insbesondere für Kosmetika-Werbung aller Art. Seine besondere Begabung, schöne Frauen(körper) wiederzugeben, zeigten auch seine Illustrationen in „galanten“ Magazinen der 20er.
René Ahrlé war dabei ein Werbegrafiker, der das Repertoire seiner gestalterischen Möglichkeiten ständig erweiterte. Schon früh wandte er sich dem Spritzverfahren zu und er war ein Pionier im Bereich der Werbefotografie.

 Werbeanzeige aus dem Jahr 1922

"Berliner Leben", Jg.21


Mercer, F. and Gaunt,W. (Ed.): Posters and Publicity 1929. London 1929

Freitag, 15. Juni 2018

Edwin Hermann Henel


um 1935

Das große Thema des Malers Edwin Hermann Richard Henel (1883-1953) waren Gebirgslandschaften, die auch zahlreiche seiner gebrauchsgrafischen Arbeiten in Form von Bildpostkarten sowie Touristik-Prospekten und Plakaten prägten. Darüber hinaus gestaltete Henel Reklamemarken und war als Illustrator tätig. Seine phantastischen Illustrationen für die gesuchte, nur wenige Jahre erschienene Zeitschrift „Der Orchideengarten“ zeigen eine ganz andere Seite des Künstlers:

1919

1919

Samstag, 9. Juni 2018

Vladimir Barjansky



Zahlreiche Grafiker wie beispielsweise George Lepape, Georges K. Benda, Robert Pollack, Edouard Halouze, Georges Villa, Pierre Brissaud oder Guy Arnoux entwarfen in den 1920er und 30er Jahren ansprechende Programmcover für Revue- und Boulevardtheater, Vaudeville und Cabarets im Stil der Zeit, dem Art déco.*
Einer von Ihnen war der aus Odessa stammende und in Paris tätige Vladimir Barjansky (1892-1968), der wie so viele seiner Kollegen auch als Kostümentwerfer und Bühnenbildner tätig war.



*siehe auch
https://www.blogger.com/blogger.g?blogID=4669894859135750380#editor/target=post;postID=7728928172236873521;onPublishedMenu=allposts;onClosedMenu=allposts;postNum=2;src=postname

Samstag, 2. Juni 2018

Otto Nückel


E.T.A. Hoffmann: Meister Floh, Ausgabe 1922

Der Maler Otto Nückel (1888-1955) verdiente seinen Lebensunterhalt vor allem mit Karikaturen für Zeitschriften sowie Buchillustrationen, wobei die ausgeprägt geheimnisvolle und unheimliche Anmutung viele seiner Zeichnungen, Holz- und „Bleistiche“ insbesondere Werke der phantastischen Literatur kongenial ergänzte. Nückel zählte zu den Zeichnern des nach dem ersten Weltkrieg für drei Jahre erschienenen frühen „Fantasy-Magazins“ „Der Orchideengarten“ und brachte mit seinem Bilderroman „Schicksal“ eine der ersten „Graphic Novels“ heraus.

Münchner Jugend 1924

Die Woche 1927

Münchner Jugend 1927

Sonntag, 13. Mai 2018

Otto Römer




In einer Ausgabe von „Velhagen & Klasings Monatsheften“ aus dem Jahr 1922 findet sich ein mit faszinierenden Tier-Illustrationen bebildeter Artikel über den Zeichner Otto Römer. Leider enthält der Artikel nur wenige biografische Angaben über Römer, seinen künstlerischen Werdegang oder gar kunstgeschichtliche Einordnungen. Die Betrachtung der als „Tiergrotesken“ bezeichneten fantastischen Illustrationen legt eine weitgehende Inspiration durch japanische Farbholzschnitte nahe.
Dr. Otto Römer war studierter Zoologe, schrieb sich noch mit 40 Jahren an der Kunstgewerbeschule in Dresden ein, und arbeitete schließlich als Wissenschaftlicher Zeichner am Kaiser-Wilhelm-Institut für Biologie in Berlin-Dahlem.






Dienstag, 10. April 2018

Hermann Abeking




Mit seinen ein wenig an Aubrey Beardsley erinnernden Jugendstil-Illustrationen für „Hugdietrichs Brautfahrt“ von „Rideamus“ (Fritz Oliven) gelang dem 1882 geborenen Hermann Abeking Anfang des 20. Jahrhunderts der Durchbruch als gefragter Buch-Illustrator. Noch erfolgreicher war er als Karikaturist für verschiedene satirische Zeitschriften, wobei sich sein eigenwilliger, „naiv“ und heiter anmutender Stil völlig von der erwähnten frühen Arbeit unterschied.
Von wiederum ganz anderer Art waren seine künstlerischen Arbeiten als Maler und Zeichner. Abeking starb 1939, sein Sohn Thomas (1909-1986) war ebenfalls ein erfolgreicher Gebrauchsgrafiker.

Hugdietrichs Brautfahrt

Buchillustration von 1923 zu "Bulemanns Haus" von Theodor Storm

1926

Montag, 6. November 2017

Einar Nerman



Der schwedische Künstler Einar Nerman trat vor allem als Gebrauchsgrafiker in Erscheinung. Er illustrierte Bücher und Zeitschriften, gestaltete gefällige Glückwunschkarten und heitere Anzeigenwerbung, schuf einige Filmplakate sowie nicht zuletzt hervorragende originelle Notenhefttitel, wobei der reduzierte Stil vieler seiner oft große monochrome Flächen aufweisenden Arbeiten bisweilen auf seine Ausbildung bei Matisse während seiner Pariser Studienjahre von 1908-1912 verweist.
Nerman war nicht nur als bildender Künstler bzw. Illustrator tätig. Der studierte Musiker komponierte auch und trat zudem als Tänzer auf. Er starb 1983 im hohen Alter von 95 Jahren.  

Illustration einer Anzeige in einer Ausgabe des "Punch" von 1927

Seit Mitte der 1930er Jahre schmückt diese Grafik in Schweden
weit bekannte Streichholzschachteln, deren Verkauf viele Jahr-
zehnte die wichtigste Einnahmequelle der "Solstickan-Stiftung" war.

Freitag, 27. Oktober 2017

Anne Harriet Fish


Buchillustration 1920

Die charmanten Art Deco-Illustrationen der Britin Anne Harriet Fish (1890-1964) vermitteln vor allem bei der Figurenzeichnung eine oftmals fast naive, humorvolle Leichtigkeit – gepaart mit einer an Aubrey Bearsdley erinnernden virtuosen Linienführung und einem sicheren Gespür für Farben, Formen und Muster. Anne Harriet Fish verstand sich auf das Wesentliche reduzierte karikaturenhafte Zeichnungen ebenso wie auf dekorative vielgestaltige und „augen-fällige“ Illustrationen wie beispielsweise ihre phantasievollen Titel für „Vanity Fair“.

Buchillustration 1920

Illustration einer Anzeige für "Abdulla-Cigarettes" in einer Ausgabe des "Punch" von 1919

Illustration einer Anzeige für "Abdulla-Cigarettes" in einer Ausgabe des "Punch" von 1923

Dienstag, 12. September 2017

Heinrich Lefler



Nach seiner akademischen Ausbildung begann der 1863 geborene Sohn des Wiener Künstlers Franz Lefler zunächst als Maler, setzte seinen Schwerpunkt aber bald schon überaus erfolgreich auf anspruchsvolle Gebrauchsgrafik, darunter Buchillustrationen, Plakate und andere Werbegrafik. Für ein breites Publikum illustrierte er u.a. Märchenbücher in einem typischen Stil flimmernder, leuchtender Farben. Den Höhepunkt seiner Berühmtheit erreichte Heinrich Lefler schließlich als Bühnenbildner der bedeutendsten Wiener Häuser, der Hofoper und dem Burgtheater. Lefler, der auch als Professor an der Wiener Kunstakademie unterrichtete, starb 1919.

Die Titel der Zeitschrift des österreichischen Jugendrotkreuz'
schmückten immer wieder Illustrationen namhafter Grafiker
 des Landes.

Buchillustrationen zu Mörikes "Mozart auf der Reise nach Prag"



Donnerstag, 7. September 2017

Norbertine Bresslern-Roth



Die 1891 geborene Norbertine Roth erfuhr aufgrund ihres ausgeprägten Talents eine frühe künstlerische Förderung und zählte zu den ersten akademisch ausgebildeten Malerinnen Österreichs. Sie betrieb umfangreiche Tierstudien und genießt bis heute eine große Popularität als ausgezeichnete Tiermalerin und Graphikerin.
Als Gebrauchsgrafikerin war sie vor dem Krieg vor allem als Illustratorin für Zeitschriften tätig und erlangte weltweite Bekanntheit für ihre virtuosen (Farb-)Linolsschnitte
Norbertine Bresslern-Roth, die zudem zeitlebens Kinderbücher gestaltete, starb 1978 als hochgeachtete Künstlerin in ihrer Heimatstadt Graz.



Wasservögel - The Studio 1927, Vol. 93

Wilhelm Stumpf



Die Beliebtheit der Arbeiten des 1873 in Weimar geborenen Portrait- und Landschaftsmalers Wilhelm Stumpf bescherten dem Künstler über zwei Jahrzehnte ein gutes Auskommen. Anfang der 1920er Jahre erlahmte das Interesse an seiner Kunst und die Inflation fraß seine Rücklagen auf. Bescheidene Einnahmen aus Buchillustrationen, die Stumpf zeitlebens neben seinem künstlerischen Schaffen anfertigte, konnten seinen finanziellen Nöten nur wenig entgegenwirken. 1926 nahm sich Wilhelm Stumpf das Leben.  

Blatt aus obiger Mappe

Buchillustration "Rübezahl"

Buchillustration E.T.A. Hoffmann: "Rat Krespel"

Dienstag, 25. Juli 2017

Friedrich Heubner


Jugend 1926

 Der Maler, Zeichner und Gebrauchsgrafiker Friedrich Heubner (1886-1974) zog nach seiner Ausbildung an der Dresdner Kunstgewerbeschule nach München – neben Berlin dem deutschen Mekka der Plakatkunst – und wurde rasch Teil der dortigen Künstlerszene und Mitglied der Secession. Heubner schuf zunächst Plakate und Illustrationen für Zeitschriften wie dem Simplicissimus, wobei seine Begabung als Karikaturist deutlich wurde. Im Laufe der Zeit war er vermehrt als Künstler und Buchillustrator sowie in der Lehre tätig, zuletzt lange Jahre an der Akademie der Bildenden Künste in München. Viele seiner Arbeiten zeichnen sich durch einen unverkennbar feinen humorvollen, phantastischen und beschwingten Stil aus:




Sonntag, 9. Juli 2017

Feodor Czabran


Czabrans besonderes Interesse galt der Schriftgestaltung -
Einband eines Romans von Eufemia Adlersfeld-Ballestrem

Der 1867 geborene Feodor Czabran war ein gefragter Illustrator und Karikaturist. Er zählte um die Jahrhundertwende zu den wichtigsten Zeichnern der „Lustigen Blätter“ und war u.a. als Buchillustrator tätig, so illustrierte er die zu Beginn des 20. Jahrhunderts sehr populären Unterhaltungsromane von Eufemia Adlersfeld-Ballestrem. Neben seinen gebrauchsgrafischen Arbeiten fertigte der 1942 verstorbene Dresdner auch zahlreiche künstlerische Werke in Form von Zeichnungen, Aquarellen und Ölbildern an.

1898

1902


Donnerstag, 18. Mai 2017

Misti


Zeitschriftentitel 1904

Ferdinand Mifliez (1865-1922), der seine künstlerischen Arbeiten mit „Misti“ signierte, war einer der produktivsten französischen Gebrauchsgrafiker der Jahrhundertwende. Er machte sich vor allem einen Namen als erfolgreicher Plakatgestalter, wobei er nie ganz an die Großen dieser Zunft heranreichen konnte. Vielleicht lag dies auch in seiner Wandlungsfähigkeit bzw. der Vielseitigkeit seiner Ausdrucksmittel begründet. Misti beherrschte viele Stile, seine Plakate erinnern u.a. teils an Grasset bzw. Mucha, teils an Cheret, einige auch an Cappiello, einen eigenen Stil mit Wiedererkennungswert entwickelte er jedoch nur bedingt.

Notentitel 1903

Menükarte

Programmtitel 1912