Donnerstag, 17. Januar 2019

Leo Kober


1908 - fast schon "psychodelisch"

Der gebürtige Österreicher und zwischenzeitlich wie so viele Künstler seiner Zeit in Paris lebende Leo Kober (1876-1931) nutzte zu Beginn des neuen Jahrhunderts als einer der ersten Grafiker im großen Umfang die neuen Möglichkeiten der Illustration von Buchtiteln. Titel und Textillustrationen für Felix Saltens „Das Buch der Könige“ stellen dabei den Höhepunkt von Kobers buchkünstlerischem Schaffen dar.
Neben diesen Arbeiten gestaltete er für seine Zeit ebenfalls sehr fortschrittliche Werbeanzeigen und zeichnete für Zeitschriften wie den Simplicissimus oder die Fliegenden Blätter.

Sektfabrikanten waren mit die ersten, die ganzseitige, grafisch
oft sehr anspruchsvolle Anzeigen schalten ließen. 

1905

Fliegende Blätter 1903


Bussow Malchow


1925

Der 1889 geborene Busso Malchow war ein virtuoser Künstler im Umgang mit der Schere. Die farbigen, aus freier Hand erstellten Scherenschnitte des Bohemiens zierten vor dem zweiten Weltkrieg zumeist Ausgaben von Magazinen der Verlage Ullstein und Scherl, in der Nachkriegszeit war er für verschiedene Auftraggeber tätig. Malchow gestaltete Bücher, Titelseiten verschiedener Zeitschriften und nicht zuletzt durch die Scherenschnitt-Technik besonders augenfällige, wirkungsvolle Plakate.

Zuschreibung 

Sydney R. Jones: Posters and Publicity. London 1926

1926

Montag, 14. Januar 2019

Fritz Koch-Gotha


Illustrationen wie diese begründeten Koch-Gothas Erfolg - Lustige Blätter 1911

Friedrich William Koch (1877-1956), der sich nach seiner Heimatstadt „Koch-Gotha“ nannte, ist bis heute insbesondere aufgrund seiner Illustrationen für den Kinderbuch-Klassiker „Die Häschenschule“ bekannt; doch zu Lebzeiten war seine Popularität u.a. aufgrund seiner zeichnerischen Arbeiten für verbreitete Zeitschriften wie „Lustige Blätter“, Berliner Illustrirte“ oder „Die Woche“ ungleich größer.
Dabei wollte der beliebte humoristische Zeichner nach seinem Kunststudium zunächst „Schlachtenmaler“ werden und musste von den Redaktionen der „Lustigen Blätter“ und der „Illustrirten Zeitung“ geradezu überredet werden, sich ganz den heiteren Seiten des Alltags zuzuwenden.
Aufgrund der Beliebtheit seiner oft liebenswerten Menschenschilderungen bei weiten Schichten der Bevölkerung, wird der künstlerische Anspruch seine karikaturenhaften Zeichnungen – er selbst verstand sich nicht als Karikaturist – bisweilen zu unrecht herabgewürdigt. Dabei lässt sich Koch-Gotha mit seinen äußerst vielschichtigen, sensiblen Charakterstudien durchaus in die Reihe der Großen der so facettenreichen „tiefdringenden psychologischen Karikatur“ (Regine Timm) einreihen.

In den 1920ern wandte er sich verstärkt der Buchillustration zu.

1925

Heute ist Koch-Gotha vor allem für seine Kinderbuch-Illustrationen bekannt.

Sonntag, 13. Januar 2019

Richard Flockenhaus



Richard Flockenhaus (1876-1943) war ein freischaffender Künstler und Buchillustrator. Seine originellen und sehr ansprechenden Kinderbuchtitel heben sich mit ihrer einfachen Formensprache, aber auch durch die reduzierte Farbwahl von vielen Kinderbuchillustrationen seiner Zeit ab. Die oftmals nur mit drei Farben gedruckten Titel wirken dabei durchaus sehr farbenfroh, wobei Fleckenhaus oftmals auf die Kombination von Rot und Grün in Verbindung mit Schwarz setzte. Solcherart Beschränkungen beruhten häufig auf Vorgaben der Verlage zur Senkung der Druckkosten und motivierten viele Illustratoren zu besonders interessanten Umsetzungen.




Freitag, 11. Januar 2019

Georg Alexander Mathéy


Afrikanische Legenden - Bucheinband 1925

Georg Alexander Mathéy wurde 1884 im damals zu Österreich-Ungarn gehörenden Hermannstadt geboren. Der studierte Architekt und Künstler war ein sehr vielseitiger und erfolgreicher (Gebrauchs-)Grafiker bzw. Designer sowie akademischer Lehrer. Mathéy machte sich als Künstler vor allem mit seinen Holzschnitten einen Namen, er entwarf u.a. Porzellan und gestaltete Briefmarken. Besonders bekannt wurde er als Buchkünstler mit eigenständigen und dabei doch einem breiten Geschmack entgegenkommenden Arbeiten. Georg Alexander Mathéy starb 1968.

Hans Bethge: Pfirsischblüten aus China (1925)

Rückseite

Lucian Bernhard



Lucian Bernhard (Emil Kahn, 1883-1972) zählt zweifelsohne zu den weltweit bedeutendsten Plakatkünstlern. Der „Erfinder des „Sachplakats“ beeinflusste die Entwicklung des Werbeplakats maßgeblich und er hatte Einfluss auf zahlreiche Gerbrauchsgrafiker, die seinen äußerst reduzierten Stil allerdings in den seltensten Fällen kopierten und oftmals mehr Wert auf Originalität und auch dekorative Wirkungen ihrer Arbeiten setzten.
Bernhard, der zudem ein hervorragender Typograph war, gestaltete nicht nur Plakate und Verpackungen, sondern vor allem zu Beginn seiner Karriere auch Werbeanzeigen, Broschüren sowie Buch- und Zeitschriftentitel.

Anzeige 1910

Inserat 1922

1906

Donnerstag, 13. Dezember 2018

Erik Nitsche


1927

Der in der Schweiz geborene Gebrauchsgrafiker Erich Nitsche genoss sowohl in Westeuropa als auch in den Vereinigten Staaten einen herausragenden Ruf vor allem für seine wegweisenden Plakate und buchgestalterischen Arbeiten. Nitsche erarbeitete während der 1940er und 50er Jahre in den USA für internationale Großkonzerne werbegrafische Gesamtkonzepte und gründete in den 1960ern in der Schweiz einen eigenen Verlag, dessen anspruchsvoll gestaltete populärwissenschaftliche Reihen wie „In Wort und Bild“ zu historischen und naturwissenschaftlichen Themen er buchgestalterisch betreute.
Seine Zeitschriftentitel und andere Arbeiten aus den 1920er und 30er Jahren verweisen zum Teil bereits auf seinen später vorherrschenden eigenen Stil, der die Gebrauchsgrafik in der ersten beiden Jahrzehnten nach dem 2. Weltkrieg deutlich beeinflusste. Nitsche starb 1998 neunzigjährig in New York.


April 33

August 33

September 33

Samstag, 3. November 2018

Friedrich Wilhelm Kleukens


Anzeige in einer Zeitschrift des Jahres 1925

Der aus ausgekochten Fischabfällen hergestellte Leim „Syndetikon“ war bis in die 1930er Jahre über Jahrzehnte eines der bekanntesten deutschen Markenprodukte. Der Erfolg gründete sich weniger auf die mangelhaften Produkteigenschaften als vielmehr auf ein ausgeklügeltes, bahnbrechendes Marketing. Unter den erstklassigen Grafikern, die Werbematerial wie Anzeigen, Reklamemarken oder Plakate gestalteten, waren August Hajduk, Fritz Ehmcke sowie Friedrich Wilhelm Kleukens (1878-1956). Letzterer hatte sich nicht nur im Bereich der Werbegrafik einen Namen gemacht, er galt u.a. auch als bedeutender Typograph und vor allem als hervorragender Buchkünstler:



Donnerstag, 25. Oktober 2018

András Szenes Dugo


1929

Der 1895 geborene Ungar András Szenes Dugo war ausgebildeter Architekt, studierte nach dem Krieg aber in München Kunst und arbeitete fortan als Maler und Illustrator für internationale illustrierte Magazine. Vor allem zeichnete er mit leichter Hand Karikaturen für das französische Blatt Le Rire sowie die Münchner Zeitschriften Simplicissimus bzw. Jugend und gestaltete einige originelle Titel im Stil des Art Deco. Nach einem kurzen Intermezzo in Paris emigrierte „Dugo“ 1939 schließlich in die USA, wo er 1957 starb.

1928

1928

München 1925 - Einband

Freitag, 5. Oktober 2018

Jean-Gabriel Domergue


Zeitschriftentitel 1932

Domergues stupsnäsige, schmalgesichtige junge Frauen mit ihren oftmals unwirklich langen Hälsen wurden zu Ikonen der populären Grafik der 1950er Jahre. Zu dieser Zeit konzentrierte sich der 1889 geborene erfolgreiche Künstler auf die Gestaltung stark vom Impressionismus beeinflusster farbenfroher, lichtdurchfluteter Plakate und wandte sich zudem wieder verstärkt der Malerei zu, aber auch Titel von Büchern und Zeitschriften schmückten weiterhin seine eine unnachahmliche Leichtigkeit versprühenden Arbeiten.
Dieser einzigartige Stil des 1889 geborenen Domergue scheint dabei schon in vielen seiner Anzeigen und Titelillustrationen aus den 1920er Jahren durch. Der Cousin Henri Toulouse-Lautrecs starb 1962 in Paris.

Illustration zur Werbung für ein Eau du Cologne 1928

Theaterprogramm aus den 1920er Jahren mit einer  Illustration von 1918

Mittwoch, 12. September 2018

Jessie M. King


1902

Die 1875 geborene vielseitige schottischen Künstlerin Jessie Marion King – King war u.a.. auch als Stoff- und Schmuckdesignerin tätig – wurde in den 1890er Jahren an der berühmten und nicht zuletzt in Gleichstellungsfragen sehr fortschrittlichen School of Art in Glasgow ausgebildet. Ihre filigranen Jugendstil-Illustrationen wie die hiergezeigten Arbeiten aus den ersten Jahren des neuen Jahrhunderts  zeigen oftmals Einflüsse der italienischen Renaissance-Malerei, mit der sich Jessie King intensiv auseinandersetzte. Später entwickelte sie einen sehr persönlichen, ansprechenden Stil, mit dem sie das Art Deco um ganz eigene Facetten bereicherte und der vor allem in ihren Farbillustrationen voll zur Geltung kam. Jessie Marion King starb 1949.

Abbildung aus M.C. Salaman: Modern Book Illustrators. London 1914

1902

Detail des Titelblattes der obigen Mappe.

Freitag, 24. August 2018

Johann Vincenz Cissarz


Werbung in einer Ausgabe der "Jugend" aus dem Jahr 1922

Vincenz Cissarz (1873-1942) gilt als bedeutender Mitentwickler der deutschen Jugendstil-Buchkunst. Seine späteren Arbeiten lassen sich nur schwer bestimmten Stilrichtungen zuordnen, insgesamt pflegte der äußerst erfolgreiche (Gebrauchs-)Grafiker, Maler und Schriftgestalter zumeist einen sehr strengen Stil.

1924

1925

1922

Freitag, 13. Juli 2018

Fritz Löwen



Musiktitel 1925

Wie so viele Gebrauchsgrafiker seiner Zeit war auch der 1893 geborene Fritz Löwen(sohn) hinsichtlich seiner stilistischen Möglichkeiten sehr flexibel, wie insbesondere seine zahlreichen Buchillustrationen dokumentieren.
Löwen gestaltete darüber hinaus Musiktitel, gefällige Werbeanzeigen, Plakate auf der Höhe der Zeit bis hin zu seiner bekanntesten Arbeit, einem expressiven Plakat für den visionären Roman „Jude ans Kreuz“ von 1928, in dem der jüdische Schriftsteller Kurt Münzer Schrecken der Nazizeit voraussah.
Der Werbegrafiker, Buch – und und Zeitschriftenillustrator Löwen gehörte zudem zum illustren Kreis der Illustratoren, die für Blätter des Hauses Ullstein wie „Uhu“, „Die Dame“, „Querschnitt“ oder „Die Koralle“ arbeiteten. Fritz Löwen starb 1970

Musiktitel 1927

Buchillustration in Gogol "Teufel, Hexen und Kosaken", 1925

Buchillustration in Tolstoi "Drei Märchen", 1925

Dienstag, 10. Juli 2018

Josef Seché


Musiktitel o.J.

Der 1880 in Köln geborene Emil Josef Sechehaye war ein in München akademisch ausgebildeter Maler und Grafiker. Als Gebrauchsgrafiker setzte er oftmals sehr eigenwillige Stilmittel ein, trotzdem - oder auch gerade deshalb - weisen ihn seine originellen, heiter-verspielten Plakate als typischen Vertreter der Münchner Plakatschule aus. Seché starb 1948.

Werbung in eigener Sache - Das Plakat 1921, H.1

Reklamemarke

Anzeigenwerbung aus dem Jahr 1927