Dienstag, 5. November 2019

Arthur Rackham



Im angelsächsischen Sprachraum wird der Zeitraum vom ausgehenden 19. Jahrhundert bis in die späten 1920er Jahre als „Golden Age of Illustration“ bezeichnet, wobei hiermit zumeist eine gefällige, wenngleich technisch anspruchsvolle, virtuose und ausdrucksvolle Illustrationskunst gemeint ist. Einer ihrer Hauptvertreter war der meisterhafte Zeichner Arthur Rackham (1867-1939).
Wie bei vielen seiner einen ähnlichen Stil pflegenden Kollegen, eignen sich Rackhams Illustrationen besonders gut zur Bebilderungen phantastischer Literatur; er galt als „Master of the Fairy Tale“ (Jeff A. Menges) und illustrierte darüber hinaus u.a. Kinderbücher, Werke von Shakespeare oder – wie hier* - Edgar Allan Poe.





* Geheimnisvolle phantastische Erzählungen von Edgar Allen Poe“ Leipzig, o. J. (ca. 1925)

Samstag, 2. November 2019

Arminius Hasemann




Die hier abgebildeten Abbildungen Arminius Hasemanns aus seinen 1915 erstmals erschienenen Reisebeschreibungen „Himmel und Hölle auf der Landstraße“ sowie seine Arbeiten zu „Don Quijote“ (1922) zählen aufgrund der Virtuosität ihrer Ausführung und ihres künstlerischen Ausdrucks zweifelsohne zu den besten in Holzschnitttechnik ausgeführten Buchillustrationen.
Der aufgrund seines späteren Verhaltens zur Zeit des Nationalsozialismus zurecht sehr umstrittene Graphiker und Bildhauer Arminius Hasemann starb 1979 neunzigjährig im Ostteil seiner Heimatstadt Berlin.




Donnerstag, 31. Oktober 2019

Hans Alexander Müller


Schutzumschlag 1923

Der 1888 geborene Hans Alexander Müller war in den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts Teil der regen Leipziger Buchkünstlerszene, wobei er sich vor allem dem Holzschnitt widmete - eine Technik, die er auch an der Leipziger Kunst- bzw. Buchgewerbekademie lehrte. Nicht zuletzt Müller war es zu verdanken, dass die alte Holzschnitttechnik in den 1920er Jahren insbesondere im Bereich einer vom Expressionismus beeinflussten künstlerischen Buchillustration neue Beachtung fand.
Hans Alexander Müller emigrierte 1937 in die USA und arbeitete dort weiterhin, wenn auch weniger erfolgreich als Illustrator und Lehrer. Er starb 1962 in Connecticut.




Die beiden unteren Abbildungen stammen aus der dritten Auflage einer
 deutschsprachigen Ausgabe von Stevensons "Das Flaschenteufelchen" von 1930

Dienstag, 29. Oktober 2019

Erwin Tintner


1921

Zu den Verlagen, die in den 1920er Jahren Künstlern bzw. Gebrauchsgrafikern wie Erwin Tintner (1885-1957) wichtige Einnahmemöglichkeiten durch Aufträge für buchgestalterische Arbeiten boten, zählte der „Rikola-Verlag“ des Wiener Verlegers Richard Kola. Trotz der augenfälligen Einbandgestaltungen vieler Bücher sowie eines vielseitigen und zunächst recht ambitionierten Programms war der Verlag jedoch nicht sehr erfolgreich.
Erwin Tintner, der sich schon vor dem Krieg als Werbegrafiker in Wien einen Namen gemacht hatte, zeichnete sich nicht zuletzt als Kinderbuch-Illustrator durch einen heiteren, kindgemäßen und originellen Stil aus.


Illustration zu "Zwerg Nase" von Hauff

Reklamemarke

Samstag, 26. Oktober 2019

Philipp Zehbe


1922

Die zahlreichen Arbeiten des Berliner Illustrators Philipp Zehbe für die „Männermagazine“ der 1920er Jahre „Reigen“ und „Junggeselle“ erinnern oftmals an die seiner Kollegin Elisabeth Linge, die u.a. auch für diese Magazine arbeitete und über die ebenfalls kaum biografische Informationen aufzufinden sind.
Zehbe arbeitete zudem als Buchillustrator und Werbegrafiker. Besonders erfolgreich war ein weitverbreitetes Emailplakat für Trumpf-Schokolade, das bis heute für als Deko-Objekt auf Blech erhältlich ist.
Nach dem Krieg war Zehbe weiterhin als Gebrauchsgrafiker, vor allem als Buchillustrator tätig.  

1921

... aus einer Ausgabe der seltenen Zeitschrift "Galante Blätter" (1921)

Zeichnung aus einer Ausgabe der Zeitschrift "Reigen" des Jahres 1922

Freitag, 26. Juli 2019

Lucian Zabel



Die Schaffenszeit des 1936 im Alter von nur 43 Jahren verstorbenen Illustrators und Gebrauchsgrafikers Lucian Zabel deckt sich weitgehend mit der Epoche des Art deco, und tatsächlich können nicht zuletzt seine erstklassigen Plakatentwürfe als Musterbeispiele für eine der vielen (werbe-)grafischen Ausprägungen dieser Stilrichtung gelten.
Nach seinem Studium an der Münchner Kunsthochschule führte Zabel seine Ausbildung in Berlin bei Julius Klinger fort, der den durchaus eigenständigen, originellen Stil seines Schülers nachhaltig beeinflusste.
Neben seiner Tätigkeit als gefragter Plakatentwerfer führte Lucian Zabel die verschiedenartigsten gebrauchsgrafischen Arbeiten aus, wobei insbesondere seine Gestaltungen von Druckwerbung und Verpackungen für die Marke „Pelikan“ sowie seine Schrift „Zabel Antiqua“ sehr erfolgreich waren.

Lucian Zabel ist vor allem als Plakatgestalter und Werbegraphiker
in Erinnerung geblieben. Doch auch seine buchgestalterischen
Arbeiten verdienen Beachtung. Schöne Beispiele sind die
Illustrationen für eine Ausgabe der Märchen Oscar Wildes
aus dem Jahr 1922 -

... oder die gesamte künstlerische Ausstattung der aufwändigen
zweibändigen Ausgabe des "Decamaron" von 1924.


Samstag, 20. April 2019

Carl Strathmann


Titel der "Münchner Jugend" aus dem Jahr 1896

Viele großartige Künstler aus dem ersten Drittel des 20. Jahrhunderts harren ihrer (Wieder-)Entdeckung, andere erhalten in den letzten Jahren nicht zuletzt durch Ausstellungen engagierter Kuratoren das Augenmerk, das sie verdienen. Zu nennen wären hier beispielsweise große Retrospektiven wie die zu Jeanne Mammen in der Berlinischen Galerie oder zu Otto Pirchan im Folkwang-Museum. Aber auch kleinere Ausstellungen können hochinteressante Einblicke in das Werk mehr oder weniger vergessener Künstler gewähren, so erinnerte zum Beispiel zuletzt das Bröhan Museum an die faszinierende Illustratorin Ilna Ewers-Wunderwald.
In München widmet zurzeit das Stadtmuseum dem Maler Carl Strathmann (1866-1939), der in geringem Umfang auch als Gebrauchsgrafiker bzw. Illustrator tätig war, eine große wunderbare Ausstellung. Seine fein ausgearbeiteten, detail- und fantasiereichen Illustrationen erinnern mitunter an Ewers-Wunderwald, wenngleich Strathmann als akademisch ausgebildeter Maler über eine weit größere Bandbreite der Stilmittel verfügte und auch thematisch weniger festgelegt war.
Der 1866 in Düsseldorf geborene Strathmann lebte von 1891 bis zu seinem Tod im Jahre 1939 in München und war eng mit der dortigen Künstlerszene verbunden.  

Zeitgenössische "Künstlerpostkarte" von 1918 mit einem der 
prachtvollen Blumen-Stillleben Strathmanns.

"Die verzauberte Mühle" - abgebildet in einer Ausgabe von
"Velhagen & Klasings Monatsheften" des Jahres 1927

Humoristische Illustration 1914

Samstag, 13. April 2019

George Grosz



Die zahlreichen Ausgaben des Klassikers der humoristischen Literatur „Tartarin von Tarascon“ von Alphonse Daudet wurden seit seinem Erscheinen Ende des 19. Jahrhunderts von den verschiedensten Zeichnern illustriert, in Deutschland beispielsweise von Größen wie Emil Preetorius (1913), George Grosz (1921) oder in späterer Zeit von Josef Hegenbarth (1956). Preetorius und Grosz verstanden es mit jeweils ganz eigenen Stilmitteln in besonderer Weise, den eigenwilligen Charme von Daudets Portraitierung des selbstverliebten Aufschneiders Tartarin zeichnerisch widerzuspiegeln. George Grosz' Illustrationen weisen dabei kaum die sarkastische Grundtönung auf, die seine Arbeiten ansonsten in der Regel ausmachen.



Samstag, 30. März 2019

Hellmut und Otto Eichrodt


Sammelbild von Otto Eichrodt

Die Brüder Hellmut (1872-1943) und Otto (1867-1944) Eichrodt lebten und arbeiteten als Illustratoren bzw. Grafiker in Karlsruhe. Sie gestalteten Plakate, Werbeanzeigen, Postkarten, Sammelbilder und illustrierten Bücher sowie Zeitschriften. Hellmut und Otto Eichrodt waren akademisch ausgebildet und wiesen u.a. als Maler bzw. Kunstgrafiker auch ein breit gefächertes künstlerisches Oeuvre auf.

Werbeanzeige von Hellmut Eichrodt (1901)

Hellmut Eichrodt: Buchtitel 1905 

Buchillustration 1904

Dienstag, 5. März 2019

Karl Walser


1926

Karl Walser (1877-1943) war ein zu Lebzeiten in Intellektuellen-Kreisen recht bekannter Künstler und Buchillustrator. Darüber hinaus arbeitete der Bruder des Schriftstellers Robert Walser auch als Bühnenbildner. Seine Buchillustrationen schuf Walser in erster Linie für den Verlag von Bruno Cassirer, u.a. gestaltete er die einfachen Papp-Einbände der Ausgaben mit Gedichten von Christian Morgenstern in eigenwilliger und äußerst passender Weise:





Freitag, 8. Februar 2019

Erich Schütz


Schütz illustrierte eine wunderschöne Ausgabe von
Mörikes Historie von der schönen Lau (Wien 1919) 

Erich Schütz (1886-1937) war ein an der Wiener Kunstakademie ausgebildeter Maler, der seinen Lebensunterhalt wie so viele Künstler seiner Zeit als Gebrauchsgrafiker, vor allem als Illustrator verdiente. Dabei bediente er die ganze Palette diesbezüglicher Aufgabenfelder, er gestaltete u.a. die Titel von Notenheften und österreichischen Magazinen wie „Faun“, „Muskete“ oder „Mocca“, entwarf Plakate sowie andere Werbegrafik, malte Postkarten und Schulwandbilder und illustrierte Bücher. Seine oftmals von Fabelwesen wie insbesondere Nixen bevölkerten und an Arthur Rackham erinnernden Arbeiten dokumentieren unübersehbar ein Faible für phantastische, oftmals auch erotische Motive und eine deutliche Beeinflussung durch die symbolistische Malerei um die Jahrhundertwende.

1930

Bildpostkarte, verschickt 1917

Kinderbuchillustration 1926

Dienstag, 5. Februar 2019

Fritz Helmuth Ehmcke


Jena 1921

Nach seinen kunstgewerblichen Studien avancierte der gelernte Lithograf Fritz Ehmcke (1878-1965) rasch zu einem gefragten Gebrauchsgrafiker und akademischen Lehrer. Schwerpunkte seines Schaffens waren buchkünstlerische Arbeiten, Schriftgestaltungen sowie Aufträge von Unternehmen, für die er Logos, Produktverpackungen und Druckwerbung erstellte. Daneben entwarf Ehmcke Möbel und andere Alltagsgegenstände. Ehmckes anspruchsvolle gebrauchsgrafische Arbeiten weisen einen große stilistische Bandbreite ohne deutlich hervortretende Präferenzen auf, so dass sie ihm in der Regel allein vom Augenschein her nur schwer zuzuordnen sind.

Frontispiz aus obigem Titel

München 1920

Schwarz auf Weiß. Ein Buch der zeichnenden Kunst.
Herausgegeben vom Verband deutscher Illustratoren. Berlin 1903, S.118

Donnerstag, 31. Januar 2019

Alfred Keller



„Alfred Keller, Wien“ führte Anfang des 20. Jahrhunderts die grafische Gestaltung einer Reihe von Büchern aus, wobei seine geschmackvollen Einbandgestaltungen zumeist einem strengen, ornamental angelegten Jugendstil entsprachen. Es scheint nicht ganz ausgeschlossen, dass dieser Alfred Keller, von dem seit Beginn des ersten Weltkriegs keine buchkünstlerischen Arbeiten mehr auftauchen, mit dem aus Graz stammenden und zeitweise in Wien tätigen gleichnamigen Architekten Alfred Keller (1875 - 1945) identisch ist, der zu Beginn seiner Karriere auch als Gebrauchsgrafiker und zeitlebens als Maler tätig war.