Der vielseitige Gebrauchsgrafiker
Victor Arnaud (1890-1958) verstand es in besonderer Weise, seine
Entwürfe auf die Bedürfnisse der jeweiligen Auftraggeber
abzustimmen. Am anspruchsvollsten sind die Plakate und andere
werbegrafischen Arbeiten des von Lovis Corinth ausgebildeten und mit
Rudi Erdt und Theo Matejko befreundeten Illustrators. Arnauds
gefällige Musiktitel und die zahlreichen Illustrationen für diverse
Magazine sind hingegen in der Regel von recht herkömmlicher Machart.
Samstag, 28. Mai 2016
Freitag, 27. Mai 2016
Begriffsklärung
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| Titelseite: Walter Crane 1898 |
Im Gegensatz zum Titel „Cover-Art“
ist die mangels Alternativen gewählte Adresse dieses Blogs weniger
zutreffend - „Titelblätter“ im strengen Sinne, das heißt häufig
nicht grafisch gestaltete dritte Buchseiten, werden hier nur selten
gezeigt. Ausnahmen bilden illustrierte Zeitschriften, die wie zum
Beispiel „Reigen“ oder „Der Junggeselle“ stets illustrierte
Titelblätter enthielten.
An dieser Stelle sei auch auf das
Frontispiz verwiesen, eine Buchillustration auf der dem Titelblatt
gegenüberliegenden Seite.
Den Schwerpunkt dieses Blogs bilden
Titelseiten (Cover) von Zeitschriften sowie Notenheften, letztere
werden auch als „Musiktitel“ bezeichnet.
Daneben werden grafisch gestaltete
Bucheinbände gezeigt, seltener hingegen die zunächst weniger
verbreiteten oder nicht mehr erhaltenen Schutz- bzw. Buchumschläge.![]() |
| Frontispiz und Titelblatt: Rosà Rosa 1922 |
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| Einbandgestaltung von Käthe Roman-Försterling |
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| Schutzumschlag von Karl Borschke 1921 |
Donnerstag, 26. Mai 2016
Adolphe Léon Willette
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| 1901 |
Adolphe Léon Willette (1857-1926)
begann seine Karriere in Paris als Kunstmaler, machte dann aber rasch
als Gebrauchsgrafiker und Karikaturist in Karriere – wobei „er
erklärte, daß der Ausdruck 'Karikaturist' ungeeignet sei für
Künstler von Talent, und daß ihnen (…) weit mehr die Bezeichnung
'Humoristen' zustehe.“ (Gustave Kahn 1907). Willette, ein guter
Freund Théophile-Alexandre Steinlens, genoss zu Lebzeiten große
Popularität, er gestaltete u.a. Plakate, Programme, Einladungs-
Menü- und Geschäftskarten, illustrierte Bücher und zeichnete für
verschiedene Journale.
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| 1908 |
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| 1901 |
Montag, 23. Mai 2016
Theo Matejko
Theo Matejko war einer der bekanntesten
Pressezeichner der Weimarer Republik, besonders zahlreich waren seine
Illustrationen für Ullsteins „Berliner Illustrirte Zeitung“.
Darüber hinaus schuf Matejko farbige Illustrationen für
verschiedene Magazine, er illustrierte Bücher und trat nicht zuletzt
als ausgezeichneter Plakatgestalter vor allem mit expressiven
Filmplakaten in Erscheinung. Sein vielleicht bestes Plakat warb für
den berühmten „Hellseher“ Hanussen.
Matejko, dessen beliebteste Sujets
Sportveranstaltungen, vor allem Autorennen waren, starb 53jährig
1946.
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| 1924 |
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| 1921 |
| Uhu, Juni 1927 |
Samstag, 21. Mai 2016
Sacha Zaliouk
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| 1926 |
Sacha Zaliouk (1887-1971) studierte an
der Kunstakademie in Odessa und veröffentlichte erste Illustrationen
in russischen Zeitschriften. 1910 zog er nach Paris, wo er seine
Studien fortsetzte und rasch Eingang in die Literaten- bzw.
Künstlerszene fand. Im ersten Weltkrieg diente Zaliouk in der
französischen Armee und wurde französischer Staatsbürger. Zaliouk
sah sich in erster Linie als Künstler, der durch seine Malerei
Beachtung finden wollte. Den Lebensunterhalt für sich und seine
Familie verdiente er jedoch mit oftmals eine
gewisse Dekadenz ausstrahlenden Illustrationen für verschiedene französische und deutsche Zeitschriften, darunter erotisch angehauchte Arbeiten für "Galante Magazine":
Donnerstag, 19. Mai 2016
Hans Rudi Erdt
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| Titelillustrationen von Erdt sind rar. Den Katalog einer frühen „Touristik-Messe“ im Berlin des Jahres 1911 schmückt dieses Motiv, das sich auch auf verschiedenen Plakaten findet. |
Der 1925 im Alter von nur 42 Jahren
früh verstorbene Hans Rudi Erdt zählte zu den führenden deutschen
Gebrauchsgrafikern, die im Jahrzehnt vor dem ersten Weltkrieg ganz
neue stilistische Akzente, ja Maßstäbe setzten und die Entwicklung
der Plakatkunst nachhaltig beeinflussten
Erdt wurde in München ausgebildet, wo
er auch seine Tätigkeit als Werbegrafiker begann. 1908 wechselte er
in die andere deutsche Plakat-Hochburg Berlin und zählte dort zum
Kreis herausragender Grafiker, die für die Druckerei Hollerbaum und
Schmidt bis heute bekannte Klassiker der Plakatkunst schufen.
Erdt gestaltete zwar einige wenige (Titel-)Illustrationen, war aber schon früh auf werbegrafische
Arbeiten spezialisiert. Neben Plakaten entwarf er vor allem
Anzeigenwerbung, darunter eine verbreitete Serie für die seinerzeit
sehr bekannte Zigarettenfirma von August Batschari.
Mittwoch, 18. Mai 2016
Charles Huard
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| 1901 |
Huards zentrale Themen waren nicht wie
bei so vielen seiner für Zeitschriften wie „Le Rire“ arbeitenden
Kollegen die verschiedenen Gesellschaftsschichten der französischen
Hauptstadt, Huard zeichnete vornehmlich Landbewohner und Mitglieder der "Kleinstadt-Bourgeoisie" –
Typen aus der Provinz, wie er sie aus seiner Heimat, der Normandie, kannte.
Huards Erfolg als Zeichner begründeten
seine Illustrationen für eine Ausgabe von Flauberts Roman „Bouvard
et Pecuchet“. Später finden sich „seine unparteiischen,
gerechten und unerbittlichen Skizzen“ (Gustave Kahn) in den
führenden satirischen Magazinen der Seine-Metropole. „Huard
karikiert nicht, er charakterisiert, er macht keine Chargen, er
stellt seine Personen nicht lächerlich dar; er übersetzt einfach,
das genügt.“ (Derselbe)
Wie so viele Illustratoren, erreichte
der 1874 geborene Huard ein sehr hohes Alter - er starb 1965.
Vielleicht liegt das auch an der kontemplativen Dimension des
Zeichnens und Malens ...
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| 1902 |
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| Le Rire 1902 |
Dienstag, 17. Mai 2016
Enrico Sacchetti
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| 1924 |
Enrico Sacchetti erlangte vor allem als Plakatgestalter Bekanntheit, seine gelungensten Entwürfe, darunter ein zum Klassiker avanciertes Campari-Plakat aus dem Jahr
1921, stehen gleichbedeutend neben Arbeiten seiner berühmten italienischen Kollegen des ersten Jahrhundertdrittels. Wie so viele durch ihr Plakatschaffen
bekannt gewordene Gebrauchsgrafiker, schuf auch Sacchetti in erster
Linie jedoch Arbeiten anderer Art: Im Zentrum seines Schaffens standen
Buchillustrationen und insbesondere die Gestaltung von Titelseiten
verschiedener Magazine, allen voran "La Lettura". Der 1877 in Rom geborene Sacchetti wurde 90
Jahre alt.
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| 1933 |
Georges Meunier
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| 1902 |
Georges Meunier (1869-1942) war einer
der erfolgreichen Plakatkünstler, die (zunächst) unter dem Einfluss
von Jules Cheret, dem „Vater der Plakatkunst“, standen – und
wie so viele seiner Kollegen begann Meunier als Illustrator bzw.
Karikaturist für Zeitschriften wie „Le Rire“.
Der Franzose Georges Meunier wird
mitunter mit dem belgischen Plakatkünstler Henri Georges Meunier
(1873-1922) verwechselt, bisweilen werden in der Literatur sogar
biografische Angaben vermischt. Die Stile der beiden unterscheiden
sich dabei ebenso deutlich wie ihre Signaturen.
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| 1902 |
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| Le Rire 1906 |
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| Le Rire 1903 |
Donnerstag, 5. Mai 2016
Julius Ussy Engelhard
Wie so viele bekannte deutsche
Gebrauchsgrafiker studierte Julius Ussy Engelhard (1883-1964) an der
Akademie der schönen Künste in München. Einer seiner Lehrer war
hier Franz von Stuck.
Engelhard lieferte Illustrationen für
verschiedene Zeitschriften, war ein etablierter Plakatmaler
gestaltete Werbeanzeigen, darunter kostspielige ganzseitige
Farb-Annoncen wie die hier abgebildeten aus den Jahren 1924 und 25,
die die Firmen nur von den besten Grafikern ausführen ließen.
Engelhards Stil erinnert über weite
Strecken an seinen berühmten Münchner Kollegen Ludwig Hohlwein.
München bildete im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts neben Berlin
ein Zentrum der Plakatkunst und Engelhard war einer der führenden
Vertreter der Münchner Plakatszene, an deren Spitze unangefochten
der „Plakatkönig“ Hohlwein stand.
Mittwoch, 4. Mai 2016
Henry Gerbault
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| 1900 |
Henry Gerbault (1863-1930) machte sich
als Maler, Plakatgestalter und sogar als Dramaturg einen Namen; wie
bei so vielen seiner Kollegen bildeten jedoch Illustrationen für
Zeitschriften ein Hauptbetätigungsfeld. Gerbault pflegte dabei in
den Jahren um die Jahrhundertwende eine stilistische Ausdrucksweise,
die der Ferdinad Bacs und Albert Guillaumes recht nahe kam, obgleich sein Strich weniger dynamisch und seine Zeichnungen insgesamt einfacher gehalten sind. Auch Gerbault zeichnete und malte mit Vorliebe schöne mondäne Frauen der Belle
Epoche, ' war aber in puncto Spott und Satire zu meist ein wenig
zurückhaltender als seine Kollegen. Die erotische Komponente - bei
vielen Arbeiten der drei erfolgreichen Illustratoren immanent - war
hingegen bei Gerbault am stärksten ausgeprägt.
Montag, 2. Mai 2016
Aleardo Terzi
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| 1909 |
Der 1870 geborene Sizilianer Aleardo
Terzi machte sich vor allem als bedeutender Plakatgestalter einen
Namen, wobei er über ein umfangreiches Repertoire künstlerischer
Ausdrucksmittel verfügte. Einige seiner Plakate erinnern an die
exquisiten Arbeiten seiner berühmten Landsleute Leopoldo
Metlicovitz und Adolpho Hohenstein, andere zeigen sich beeinflusst
von der „englischen Schule“ bzw. vom deutschen Sachplakat, wobei
Terzis Plakate eine ganz eigene originelle und humorvolle Note
aufweisen. Seine zahlreichen weiteren gebrauchsgrafischen Arbeiten
wie Buchillustrationen, Noten- und Zeitschriftentitel oder Werbeannoncen zeigen
eine entsprechende Bandbreite der Stile. Terzi, der zudem sowohl
künstlerische als auch kunstgewerbliche Arbeiten produzierte, in der
akademischen Lehre tätig war und als Modedesigner arbeitete,
starb 1943.
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| 1907 |
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| 1907 |
Jules Grandjouan
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| "Assiette" 1907 |
Das 1901 gegründete französische
Wochenmagazin „L'Assiette au Beurre“ zählte zweifelsohne zu den
Journalen mit den radikalsten Ausrichtungen des frühen 20.
Jahrhunderts. Es enthielt fast ausschließlich Illustrationen. Die
Zeichner vertraten häufig sozialistische, anarchistische,
antiklerikale und antimilitaristische Überzeugungen, die sich in den
schonungslosen, oftmals sehr plakativen Abbildungen des mit
geringem Aufwand hergestellten, aber zumeist durchweg farbigen Magazins
widerspiegelten.
Jules-Félix Grandjouan (1875-1968), ein
Pionier der propagandistischen Grafik bzw. des politischen Plakats,
zeichnete regelmäßig für die Zeitschrift. Er engagierte sich nach
dem ersten Weltkrieg als Funktionär in der Kommunistischen Partei
Frankreichs, illustrierte viele ihrer Veröffentlichungen und brachte
eigene politische Publikationen heraus.
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| "Assiette" 1908 |
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| "Assiette" 1908 |
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